Schwerpunkt

Unsere Gruppe setzt sich für MenschenrechtsaktivistInnen im Iran ein:

Aktuell: Zu Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi

Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi haben am 8. März 2019 friedlich ihr
Recht auf Meinungsfreiheit ausgeübt und auf poetische Weise den gesetzlichen Kopftuchzwang
kritisiert, indem sie ohne Kopfbedeckung Blumen in einer Teheraner U-Bahn verteilten. Dafür
wurden sie zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt – eine drakonische Strafe. Die Strafe wurde kürzlich
auf 9 Jahre und 7 Monate reduziert. Davon muss die längste Einzelstrafe von 5 Jahren und 6
Monaten verbüßt werden.

Wir schließen uns dem dringenden Appell von sechs UN-Sonderberichterstatter_innen an, die im
August 2019 die sofortige Freilassung von Yasaman Aryani, Monireh Arabshahi und weiteren
inhaftierten Menschenrechtsverteidigerinnen gefordert haben.
Daher fordern wir die iranische Regierung auf:

  • Lassen Sie Yasaman Aryani, Monireh Arabshahi und andere Frauenrechtlerinnen
    unverzüglich und bedingungslos frei, da sie gewaltlose politische Gefangene sind, die sich nur wegen ihres Engagements für die Menschenrechte in Haft befinden.
  • Sorgen Sie dafür, dass die inhaftierten Frauenrechtlerinnen vor Folter oder anderer
    Misshandlung geschützt sind und regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien und
    Rechtsbeiständen ihrer Wahl erhalten.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Frauen bei Krankheit, auch bei einer Covid 19-Infektion,
    adäquate medizinische Versorgung erhalten.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass Frauenrechtlerinnen nicht kriminalisiert werden und der
    gesetzliche Kopftuchzwang abgeschafft wird.

Hier könnt ihr unseren aktuellen Appellbrief mit der Forderung zur Freilassung von Yasaman Aryani und Monireh Arabshahi und der Aufhebung der Verurteilungen der MenschenrechtlerInnen herunterladen, unterschreiben und versenden:

Appellbrief Yasaman Aryani u. Monireh Arabshahi

 

 

Weitere Arbeit zu Menschenrechtsverletzungen im Iran:

  • Seit 2018 für Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee und
  • Seit 2020 zusätzlich für Yasaman Aryani und Monireh Arabshahi

Zu Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee

Atena Daemi wurde am 22.10.2014 verhaftet. Im März 2015 wurde sie zu 14 Jahren Haft verurteilt, die dann im Februar 2017 auf 7 Jahre verkürzt wurde. Sie hatte sich im Internet kritisch zu Hinrichtungen und Menschenrechtsverletzungen im Iran geäußert, mit Angehörigen zum Tode Verurteilter vor den Gefängnissen demonstriert, Flugblätter gegen die Todesstrafe verteilt und Informationen über Menschenrechtsverletzungen weitergegeben. Auch für die Rechte von Kindern setzte sie sich ein.

Arash Sadeghi wurde im Juli 2015 vom Revolutionsgericht in Teheran zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden seine Facebook-Beiträge über politische Gefangene und Interviews über seine Zeit im Gefängnis vorgeworfen. Der Gefangene ist seit einigen Monaten schwer an Knochenkrebs erkrankt. Eine ausreichende Behandlung wird ihm seither verweigert.

Golrokh Ebrahimi Iraee wurde in Abwesenheit und ohne Möglichkeit, sich zu verteidigen, zu 6 Jahren Haft verurteilt. Vom zweiten Anklagepunkt wurde sie in der Berufung im März 2017 freigesprochen und die Strafe auf 3½ Jahre Haft verringert. Nach ihrer Verhaftung wurde sie im Gefängnis gefoltert und misshandelt: Man unterwarf sie mit verbundenen Augen langen Verhören und drohte ihr mit Hinrichtung, weil sie „den Islam beleidigt“ habe. Sie ist zwar seit April gegen Kaution in Freiheit, wurde aber erneut zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt.

Wir fordern die iranische Regierung auf,

  • Atena Daemi und Arash Sadeghi sofort und bedingungslos freizulassen, da sie gewaltlose politische Gefangene sind, die allein wegen ihrer freien Meinungsäußerung und ihrer Aktivitäten für Menschenrechte inhaftiert sind,
  • bis zu ihrer Freilassung sicherzustellen, dass sie vor Folter oder Misshandlung geschützt werden und regelmäßigen Zugang zu Anwalt, Familie und medizinischer Behandlung erhalten,
  • die Foltervorwürfe von Arash Sadeghi zu untersuchen und die Verantwortlichen in einem fairen Verfahren zur Rechenschaft zu ziehen und eine angemessene Behandlung seiner Knochenkrebs-Erkrankung sicherzustellen.
  • Amnesty International betrachtet alle drei MenschenrechtlerInnen als gewaltlose politische Gefangene und fordert die Aufhebung ihrer Verurteilung.

Hier könnt ihr unseren aktuellen Appellbrief mit der Forderung zur Freilassung von Atena Daemi, Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi und der Aufhebung der Verurteilungen der drei MenschenrechtlerInnen herunterladen, unterschreiben und versenden:

Appellbrief an die Iranische Botschaft

Petition an den Iranischen Justizminister

 

 

14. Februar 2021